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Die Berliner Flick-Collection



Ein Besuch der Berliner Flick-Collection

Die private Kunstsammlung von Friedrich Christian Flick umfasst 2500 Bilder und Installationen, die innerhalb von sieben Jahren in Berlin wechselnd gezeigt werden.

Die Idee der Ausstellung entstand auf einer Party, wo Flick mit Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit zusammentraf. Es kam zum spektakulärsten Kunsttransfer in Berlin, durch den enorme Kosten entstanden sind. Die Ausstellung bleibt sieben Jahre in Berlin und die Exponate wechseln sieben Mal. Insgesamt wird von über sechs Millionen Euro Kosten ausgegangen.

In Hinblick auf die Geschichte der Familie Flick kam es in der Presse zu heftigen Diskussionen.


Flick-Collection 1
Plakat zur Flick-Collection




Hintergründe zur Familie Flick

Friedrich Flick (1883-1972), Großvater des Kunstsammlers Friedrich Christian Flick, war ein hochbegabter, äußerst ehrgeiziger Kaufmann, dem vorgeworfen wurde engste freundschaftliche Beziehungen zu Naziführern wir Göring und Himmler gepflegt zu haben und besonders skrupellos Zwangsarbeiter beschäftigt zu haben.
Ab 1937 war Friedrich Flick NSDAP-Mitglied. Er gehörte zum 'Freundeskreis des Reichsführers SS Heinrich Himmler' und hat erhebliche Spenden in Höhe von etwa 7,5 Millionen Reichsmark an Hitler und seine Eliten getätigt. Flick ging es dabei immer nur ums Geschäft.


Flick Collection 2
Die Flick-Ausstellung in Berlin

Nach 1935 hat Flick seine wirtschaftliche Macht durch Übernahme arisierter Betriebe, insbesondere den Petschek-Konzern, ausgeweitet.
Im Krieg beschäftigte er 50.000 Zwangsarbeiter, die wie Sklaven gehalten wurden und von denen viele Tausende starben. Flick gilt neben anderen als einer der wichtigsten Förderer des 'Dritten Reichs'.
1947 ist Friedrich Flick zu sieben Jahren Haft verurteil worden, wovon er aber nur drei Jahre inhaftiert war.


Flick Collection 3
Exponate in der Flick-Collection

Friederich Christian Flick vertritt die Auffassung, dass er nicht Schuld sei an den Taten seines Großvaters. Er hat sich geweigert in den Zwangsarbeiterfonds einzuzahlen, stattdessen hat er mit 10 Mio. DM ein Institut gegründet, die F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz. F.C. Flick meint, dass die Arbeit dieser Stiftung in die Zukunft weise und er sich selbst in diese Arbeit einbringen könne.
1975 ist F. C. Flick aus dem Flick-Konzern ausgeschieden, und bekam eine Abfindungssumme in Höhe von 100 Mio. DM. Er lebte danach in den USA und in England. Mittlerweile ist die Schweiz sein neuer Lebensmittelpunkt.




Autorin: Frauke Textor 2005




Literaturverzeichnis

Blume, Eugen/ Flick, Friedrich Christian: Ein Gespräch anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof. In: Museum für Gegenwart 1 (2004), S. 5-25

Leyendecker, Hans: Die blutige Hinterlassenschaft. Süddeutsche Zeitung vom 26.2.2001. In: Museum für Gegenwart 1 (2004), S. 27

Rauterberg, Hanno: Kunst mit Nebenansicht. DIE ZEIT Nr. 16 vom 7.4.2004. In: Museum für Gegenwart 1 (2004), S. 28