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      Begriffe/Gegenstand





Vorwort/Einleitung


Begriff "Sprache"

Begriff "Kunst"

Begriff "Öffentlichkeit"

Begriff "Raum"


Linguistische Grundlagen


Im Wintersemester 2004/2005 fand an der Universität Gesamthochschule Kassel im Fachbereich 9 das Seminar "Sprachkunst im öffentlichen Raum" unter der Leitung von Prof. Ingo Warnke statt. Im Rahmen dieses Seminars befassten sich mehrere Kleingruppen mit dem Phänomen sprachlicher Zeichen, die, unter künstlerischen Aspekten angefertigt, in der Öffentlichkeit zu sehen sind.
Diese Webpräsentation ist das Resultat dieser Annäherungen. Unter dem Punkt "Begriffe/Gegenstand" wird versucht, eine Definition und thematische Eingrenzung zu leisten. Unter "Interne Positionen" werden eigene Überlegungen zur Sprachkunst im öffentlichen Raum dargelegt und unter "Externe Positionen" kommen Künstler und Interessierte zu Wort. Der Schwerpunkt "Exkursion" dient als eine Art Reisebericht zur dem Seminar zugehörigen Reise nach Berlin. Unter "Literatur/Links" befinden sich einige der von uns als vermerkenswert erachteten Quellen.


Vorab soll versucht werden, den Seminartitel in eine schlüssige Definition zu überführen. Die angestellten Versuche können als Anregung verstanden werden, sich selbstständig der Thematik zu nähern - oder aber, sie dienen als Einleitung für das Feld, das mit den später folgenden Positonen "beackert" wird.



Definition(en) zum Titel "Sprachkunst im öffentlichen Raum"

"Sprachkunst im öffentlichen Raum bezeichnet eine spezielle Form der Kunst, die sich mit der Gestaltung von Sprache beschäftigt. Sprache kann dabei alleiniger oder integraler Bestandteil des Kunstwerks sein. Das vollendete Kunstwerk ist für Passanten an alltäglichen Orten frei zugänglich."

(Daniela Lotz)


"In Abgrenzung zu Sprachkunst als Bezeichnung für Redekunst (Rethorik) ist Sprachkunst in unserem Konzept eher kunstorientiert zu verstehen und meint den künstlerischen Umgang mit dem Material Sprache (auch, und insbesondere) in Verbindung mit anderen (künstlerischen) Ausdrucksebenen. Das Konzept Sprachkunst im öffentlichen Raum subsumiert somit künstlerische Werke, Installationen und Projekte, die im öffentlichen Raum verortet sind (Kriterium der allgemeinen und uneingeschränkten Zugänglichkeit) und (neben anderen künstlerischen Dimensionen) Sprache in ihren unterschiedlichen möglichen Dimensionen (mündlich/schriftlich; Medialität/Materialität; Konzeption/Ästhetische Umsetzung; Funktion/Rezeption) als Material verwendet, thematisiert oder reflektiert."

(Steffen Dittmar)


"Unter Sprachkunst im öffentlichen Raum versteht man eine bewusste oder unbewusste Verwendung von mündlicher und oder schriftlicher Sprache in einem künstlerisch gestaltenden Sinn. Diese Sprachkunst muss prinzipiell allen, zumindest aber einem großen Teil der am gesellschaftlichen Prozess teilnehmenden Personen zugänglich sein."


"Das bloße Aneinanderreihen der einzeln definierten Begriffe "Sprache", "Kunst", "Öffentlichkeit" und "Raum" führt in der Summe erwartungsgemäß zu keiner befriedigenden Definition. Was zum "öffentlichen Raum" dazugezählt werden kann und was nicht, bleibt streitbar. Dominierend bleibt beim Begriff "Sprachkunst" für mich, dass es sich hierbei in erster Linie um Kunst handelt, die sich mit sprachwissenschaftlichen Kategorien zwar teilweise beschreiben aber nicht erklärbar machen läßt."

(Ute Buchauer)


"Unter dem Titel unseres Seminars verstehe ich, dass Sprache auf unterschiedliche Weise in einen öffentlichen Zusammenhang gestellt wird, um einem Rezipienten eine Botschaft zu übermitteln. Durch die Auseinandersetzung des Rezipienten mit dem Kunstwerk wird ein hermeneutischer Prozess ausgelöst. Kommt es aufgrund von großem Interesse zu einem intensiven Diskurs, werden weitere Betrachtungsebenen eröffnet."


"Die von Menschen für Menschen geschaffene Umgebung, die Kommunikation im Sinne von sprachlicher Auseinandersetzung in all ihren ästhetischen Formen für alle Mitglieder einer Gesellschaft möglich macht."

(Gabriele Marth)


"Sprachkunst im öffentlichen Raum bedeutet für mich, dass dem Verlust an kultureller Vielfalt im öffentlichen Raum entgegengewirkt wird. Hier haben Menschen, die sich als Künstler mehr oder weniger etabliert haben, dem Kommerz und der Einseitigkeit in Straßen und auf öffentlichen Plätzen etwas entgegengesetzt. Hier soll Sprache vielleicht eine Idee 'verkaufen', irritieren, zum gemeinsamen Erlebnis sich wildfremder Menschen werden, die heutzutage eher dazu neigen, sich Öffentliches Leben durch das Fernsehen nach Hause auf die Couch zu holen. Ich weiß es natürlich nicht genau, aber genau das macht die Sache für mich so interessant."

(Michaela Groß)


"Sprachkunst im öffentlichen Raum beschäftigt sich mit künstlerischen Werken (Installationen, Malerei, Fotographie,...) die Sprache in ihrer Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Transparenz und Abwesenheit im Museum, auf der Straße an öffentlichen Plätzen zeigt. Auf der einen Seite bietet die Sprache eine Hilfe, sie übernimmt eine vermittelnde Funktion, auf der anderen Seite wird Sprache als Inhalt selbst genutzt."

(Carola Schmidt)


"Unter Sprachkunst im öffentlichen Raum versteht man: die Präsentation von Sprache an einem Ort, der für alle frei zugänglich ist. Die Form der Präsentation wird vom 'Künstler' gewählt. Die Interpretation liegt aber beim Rezipienten und ist häufig eine andere als der 'Sender' beabsichtigt."

(Nina Glomb und Susanne Oelßner)


"Die Sprachkunst im öffentlichen Raum besteht aus künstlerischen Werken, die alle Bereiche umfassen, wie z.B. Malerei, Skulptur und Installation.Diese Werke enthalten die Sprache in Schrift-(RAW WAR) und/oder gesprochener Form (Vorstadthirn) oder sie thematisieren die Sprache durch deren Abwesenheit (Bibliothek). Die Sprache kann Inhalt sein jedoch auch nur Übermittler und/oder Hilfe, sowie der Dokumentation dienen (Stolpersteine, Missing House). Manche Werke haben einen Denkmalcharakter, befassen sich mit der Abwesenheit und der Erinnerung und weisen eine Transparenz auf. Die künstlerischen Werke sind häufig nicht auffällig gekennzeichnet und befinden sich in unserem Fall auf jedermann zugänglichen Strassen und Plätzen oder im Museum."

(Friederike Siebert)